Grußwort

Immer häufiger müssen Menschen, insbesondere Kinder, zum Arzt, weil sie - manchmal schon vor dem Schulalter - an vermeidbaren Zivilisationskrankheiten leiden.

Eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte stellt somit die Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht als Auslöser der damit zusammenhängenden Zivilisationskrankheiten dar.

Gesundheitspolitische Herausforderung

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Mehr als 60 Prozent der Erwachsenen, so die Weltgesundheitsbehörde WHO, bewegen sich zu wenig. Jeder vierte ist sogar völlig passiv. In Deutschland sind ca. 37 Millionen Erwachsene übergewichtig, 30% von ihnen ernähren sich falsch. Insbesondere Kinder leiden immer häufiger an vermeidbaren Zivilisationskrankheiten, weil sie die ungesunde Lebensweise ihrer Eltern übernehmen. Kinder und Jugendliche werden immer schwerer. Insgesamt sind 15% der Kinder und Jugendlichen zwischen 3-17 Jahren übergewichtig, 6% aller Kinder sogar krankhaft adipös, also fettleibig.

Vermeidbare Zivilisationskrankheiten

Nicht selten lautet die Diagnose auf Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“), Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Rücken- oder Gelenksschmerzen und später Arthrose („Gelenkverschleiß“), Bandscheibenleiden oder Osteoporose („Knochenschwund“). Aber auch Krebserkrankungen oder Herz-Kreislauf-Probleme wie Bluthochdruck, Gefäßverkalkungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall drohen - alles Krankheiten, die noch vor wenigen Jahren älteren Jahrgängen vorbehalten waren. Zahlreiche Studien dokumentieren, dass beispielsweise Rückenprobleme schon unter Schülern verbreitet sind und erhebliche Störungen des Wohlbefindens - bis hin zum Bandscheibenvorfall - verursachen.

Vorbeugung

Dabei kann regelmäßige körperliche Aktivität chronischen Krankheiten und Beschwerden vorbeugen. Diese statistischen Erhebungen decken sich leider mit meinen Beobachtungen als Arzt. Ich betrachte es auch als meine persönliche Pflicht, meine ärztlichen Erfahrungen einzubringen, um insbesondere Kinder an gesunde Verhaltensweisen heranzuführen. Dazu soll die DG Stiftung einen wichtigen Beitrag leisten. Grundsätzliche Entscheidungen über die Lebensweisen werden in Kindheit und Jugend getroffen und bestimmen die Gesundheitsrisiken im Erwachsenenalter.

Eigenverantwortung

Es liegt an uns selbst. Eine „Pille Gesundheit“ gibt es nicht. Für unsere Gesundheit und persönliches Wohlbefinden sind wir alle wesentlich mitverantwortlich. Leider haben Prävention, insbesondere Vorsorge und Aufklärung in unserer Gesellschaft immer noch nicht den Stellenwert, der dringend erforderlich wäre. Das muss sich ändern!

Ich habe die DG Stiftung gegründet, um bei der Bewältigung dieser gewaltigen Herausforderung mit Rat und Tat aktiv mit zu wirken und Hilfestellung zu leisten.

Ihr Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer